Babybett
1   Warum selber bauen?

Gute Babybetten aus Echtholz sind teuer. Bei den günstigeren Modellen lassen Material und Verarbeitung meist zu wünschen übrig. Ja, es gibt auch günstige Betten, die gut sind, aber was gibt es Schöneres, als das Bettchen selbst zu bauen. Vielleicht kann ich ja ein bis zwei Leute dazu animieren, es selbst einmal zu versuchen.

Viel Spaß beim Ansehen oder selber bauen.

2   Lattenrost

Die Bemaßungen können den Bilder oder dem 3D-Modell entnommen werden.

3   Lattenrost Seitenleisten Zuschnitt

Die beiden Seitenleisten aus Buche Rustikal habe ich aus einer Leimholzplatte [2500x400x19mm] mit der Tischkreissäge zugesägt. In diesen beiden Leisten sitzen später die Latten vom Lattenrost.

4   Lattenrostleisten

Aus zwei Fichten Leimholzplatten [800x400x18] habe ich mir nun die 16 Leisten (+4 falls Ausrisse entstehen), welche 35mm breit sind, für das Lattenrost herausgeschnitten. Auf Länge gebracht werden sie erst später.

Mit einem Abrundfräser habe ich nun alle Kanten der 16 Lattenrostleisten sowie der Seitenleisten abgerundet. Die Stirnseiten werden nicht abgerundet. Im Anschluss können die Leisten noch geschliffen werden. Alternativ kann man die Kanten auch rund schleifen oder mit dem Hobel eine Phase anziehen.

5   Löcher in die Seitenleisten für die Lattenrostleisten

Auf den Seitenleisten werden nun alle Positionen der Lattenrostleisten markiert. Mit dem Streichmaß habe ich bei beiden Leisten über die gesamte Länge jeweils einmal auf der späteren Innenseite angerissen. Das ist später die Mitte der Lattenrostleisten, wenn sie auf oder in die Seitenleisten geklebt werden. Legt man sich beide Seitenleisten mit den Innenseiten zueinander, richtet sie aus und zwingt sie fest, kann man den Riss gleich auf beiden Leisten machen. So sind die Leisten dann auch später wirklich an derselben Stelle und man kann so ggf. Maßabweichungen zwischen den Leisten vermeiden. Guckt euch die Fotos an, dann werdet ihr es verstehen. Nun könnt ihr euch überlegen, ob ihr die Lattenrostleisten in die Seitenleisten einleimen oder verdübeln wollt. Dementsprechend macht ihr nun entweder Löcher für Dübel oder für die Leisten selbst. Ich klebe die Lattenrostleisten in die Seitenleisten und bohre mit einem 18er Forstnerbohrer 2 Löcher und stemme anschließend den Rest zwischen den beiden Löchern heraus, so dass ich die Leisten einsetzen kann.

6   Bohrungen für die Verbindungsbeschläge

Nun müssen noch die Löcher für die Rundmuttern und die Flachrundschrauben gebohrt werden. Als erstes wurden mit einem Streichmaß die Markierungen für die Bohrungen angerissen. Beim Bohren der Löcher für die Rundmuttern beachten, dass die Zentrierspitze des Holzbohrer bei zu tiefem Bohren hinten wieder aus dem Material austritt. Ich habe bis zur Hälfte mit einem Holzbohrer (als Führung) und anschließend die endgültige Tiefe mit einem Metallbohrer gebohrt.

7   Zusammensetzen Lattenrost

Nun kann das Lattenrost zusammen gesetzt werden.
Wichtig ist hier, dass der Leim nicht so schnell anzieht, um genug Zeit für das Einsetzen der Latten zu haben. Ich habe Weißleim verwendet. Im Anschluss habe ich bei allen anderen Teilen auf Hautleim zurückgegriffen, da sich Leimreste einfach mit einem Lappen und warmen Wasser wegwischen lassen.

8   Gitter

Ob Rundstäbe aus dem Baumarkt, Holzhandel oder Recycling von altem eBay-Kleinanzeigen Material, für jeden Geldbeutel lässt sich so ein Projekt realisieren. Man muss nur anfangen!

Ich habe alte Gitter geschenkt bekommen welche ich nun zerlege und für mein Projekt nutze werde.

9   Leisten Gitter

Wir sägen uns die 4 Leisten auf Länge [1400mm] und Breite zu, markieren uns wieder die Positionen der einzelnen Rundstäbe [16mm] und bohren die Löcher in der entsprechenden Größe wieder an der Standbohrmaschine mit dem Bohranschlag.

10   Bohrungen für die Verbindungsbeschläge

Nun müssen noch die Löcher für die Rundmuttern und die Flachrundschrauben gebohrt werden. Als erstes wurden mit einem Streichmaß die Markierungen für die Bohrungen angerissen. Beim Bohren der Löcher für die Rundmuttern beachten, dass die Zentrierspitze des Holzbohrer bei zu tiefem Bohren hinten wieder aus dem Material austritt.

11   Gitterstäbe ablängen, aufbereiten und lackieren

Die Gitterstäbe werden auf Länge gebracht.

Da ich alte Rundstäbe für meine Gitter verwende, hübsche ich die alten erst einmal auf.

Alle Rundstäbe werden geschliffen, die Enden (Klebestellen) abgeklebt und anschließend mit weißem Lack angesprüht (Prüfen ob die Farbe für Kinderspielzeug etc. geeignet ist).


12   Gitter zusammensetzen

Geleimt habe ich diesmal mit Hautleim von Titebond, so konnte ich überstehenden Leim mit einem Lappen und heißem Wasser abnehmen. Knochenleim kann man auch schon gebrauchsfertig kaufen, um nicht das Granulat erst einweichen zu müssen. Der Kleber sollte aber eine lange Offenzeit haben, weil man ja viele Teile zusammensetzen muss.

Die vier Kanthölzer haben als Maß den Soll-Abstand der beiden Lochleisten (580mm). So muss ich während des Zusammenbaus nicht ständig messen und kann die Zwingen ohne bedacht ansetzen.

13   Seitenteile

Die Bemaßungen können den Bilder oder dem 3D-Modell entnommen werden.

14   Bretter zusägen

Zuerst wurden die einzelnen Bretter zugesägt. Sind die Bretter auf Breite und Länge gebracht, lege ich mir die Seitenteile so hin, wie ich die Holzmaserung haben will. Anschließend werden die Teile markiert, so dass nichts mehr vertauscht werden kann.

15   Bretter nuten

Die Bretter bekommen nun ihre Nuten für die Einlagen. Dafür habe ich einen 6 mm Scheibennutfräser (Bosch 2 608 628 404) verwendet.
Auf den Bilder vom Verleimen kann man erkennen, dass ich die Nuten in den Seitenteilen (Beinen) nicht komplett durchgezogen habe. Da wo die mittleren Bretter angeleimt werden, habe ich die Nut unterbrochen.

16   Kanten fasen

Die Kanten aller Bretter habe ich am Frästisch gefast . Hierfür habe ich einen 45° Fräser verwendet (mit Kugellager).

Leider habe ich vom Dübeln und Kleben nicht so viele Bilder, da ich etwas Zeitdruck hatte. Auch hier habe ich Haut- und Knochenleim verwendet, habe aber mit Granulat gearbeitet.

17   Bretter dübeln

Um die Dübel zu setzen habe ich mir die Punkte an dein Seitenteilen angezeichnet, wo die Mittelbretter später sitzen. Dann habe ich die Dübellöcher markiert und mit dem Wolfcraft Meisterdübler mittig 8 mm Löcher in die Seitenteile gebohrt. In die gebohrten Löcher habe ich Dübelsetzer eingesteckt und dann die Mittelteile angedrückt, um zu markieren, wo die Dübellöcher in die Mittelteile gebohrt werden.

18   Zusammenbau der Seitenteile

Ich habe erst die vier Beine (Seiten) auf ihre endgültige Länge zusammen geleimt und im Anschluss 2 Std. mit Schraubzwingen gepresst.

Dann habe ich die 3 mittleren Bretter dran geleimt, die HDF Felder eingeschoben und das andere Bein bzw. Seitenteil dann aufgeleimt.

Auf den Bilder habe ich das Bein am Seitenteil fixiert, das war zum Vorwärmen des Holzes mit dem Föhn nötig. Alles zusammen habe ich dann auf einer ebenen Unterlage mit Schraubzwingen fixiert und über Nacht ruhen lassen.

Zuletzt werden noch die Bohrungen für Lattenrost und Gitter in die Seitenteile gesetzt.

19   Ölen

Ich habe die Teile mit Leinölfirnis von PNZ behandelt.

Bei der letzten Ölung :-) habe ich einen Ölschliff gemacht.
Etwas Bimsmehl mit ins Leinöl machen (in einem Schälchen anmischen) und mit wasserfestem Schleifpapier 400er Korn auftragen/einschleifen. Das Holz wird glatt, weil sich die Poren zusetzen und es entsteht ein Glanz. Je öfter der Ölschliff gemacht wird, desto feiner wird die Oberfläche. Mir hat das Ergebnis schon nach dem 2. Auftrag/Schliff gefallen.

20   Fertiges Bettchen


 
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