Werkstattpresse
1   Ein Paar Worte

Mit diesem Projekt möchte ich zeigen, wie einfach es ist, sich Werkzeug oder Werkstattzubehör selbst zu bauen. In diesem Projekt geht es um eine Werkstattpresse.

Die Bilder sind ein Mix aus 3D Grafiken und Fotos.

Ich versuche die Arbeitsschritte einfach, verständlich und genau darzustellen, und bin so guter Hoffnung, dass auch Anfänger sich an solchen Projekten versuchen.

Die Bilder mit den Bemaßungen können auch auf meiner Homepage angesehen werden, da hier durch die geringe Bildgröße die Maße etwas schlecht abzulesen sind.

Viel Spaß beim Ansehen oder selber bauen.

2   Grundrahmen

Der Grundrahmen besteht aus U-Profilstahl. Die beiden Seiten werden auf 1500mm abgelängt. Die Oberteile werden auf 650mm abgelängt. Aus den Oberteilen des Rahmens werden Teile ausgeklinkt um sie mit dem Seitenteilen zu überlappen. Die genauen Maße sind in den Bildern zu finden.


Die Oberteile werden nun, wie auf den Bildern zu sehen ist, mit den Seitenteilen verschweißt. Wichtig ist es, erst alles zusammen zu punkten, nochmals alle Maße zu kontrollieren und erst dann die Nähte durchziehen.

Um alles leichter auszurichten habe ich mir Abstandshalter mit 554mm Länge aus Holz gebaut. Diese habe ich dann zwischen die Seitenteile gemacht. Nach dem Ausrichten habe ich alles mit Schraubzwingen fixiert und die Punkte gesetzt.

Alternativ können die Oberteile auch an die Seitenteile geschraubt werden.

3   Stempelführung

ACHTUNG: Je nach dem welcher Wagenheber gekauft wurde, ändern sich in diesem Punkt evtl. die Maße der Aufnahme.

Ich habe folgenden Wagenheber verwendet: Topex 20t Hydraulik Wagenheber

Ich habe eine 10mm Stahlplatte auf 170x130mm geschnitten.
Auf diese Platte habe ich dann ein Rohr geschweißt. Das Rohr muss im Innendurchmesser so groß sein, dass der Kolben des Wagenhebers hinein passt. Das Rohr wird auf 15mm abgelängt und mittig auf die Platte geschweißt. Meine Maße sind in den Bildern enthalten, können aber wie gesagt bei Verwendung eines anderen Wagenhebers abweichen.

Die Platte wird nun wie auf den Bildern zu sehen ist, mittig auf die Innenseite des Rahmen geschweißt.

4   Bohrungen für Höhenverstellung & Stabilisierung

Bohrungen Höhenverstellung & Stabilisierung
In der unteren Hälfte des Rahmens müssen nun 16 Bohrungen a 12mm für den Presstisch und noch 2 Bohrungen a 12mm für die Stabistrebe gemacht werden. Der Presstisch ist somit in 4 verschiedenen Höhen verstellbar.

5   Stabistrebe

Für die Stabistrebe wird ein 440mm langes Rohr benötigt. Hier kann so ziemlich jedes Rohr verwendet werden in das eine M12 Gewindestange hinein passt. Auf die beiden Rohrenden werden dann 2 M12 Muttern geschweißt. Nun können die 2 Gewindestangen a 150mm eingeschraubt werden.


Die Stabistrebe dient zur Versteifung der unteren Hälfte des Rahmens. Mit ihr kann man die zusätzlich noch das Innenmaß des Rahmens korrigieren.

6   Presstisch (Werkstückauflage)

Auch der Presstisch besteht aus U-Profilstahl. Hierfür werden 2 Stück Profilstahl mit einer Länge von 664mm benötigt. Wie auch schon bei den Oberteilen des Rahmens werden hier wieder Teile ausgeklinkt. (Maße siehe Bilder)

Die beiden Hälften des Presstisches erhalten nun jeweils 2 Bohrungen mit einem Durchmesser von 12mm. (Maße siehe Bilder)

Nun werden die beiden Hälften mit einem Flachstahl als Lückenfüller zusammengeschweißt. Das Maß zwischen den Innenseiten der zu verschweißenden Hälften muss etwa 4mm größer sein als die Breite des Profilstahls des Rahmens. So kann sichergestellt werden, dass der Presstisch im Rahmen hoch und runter bewegt werden kann, um ihn zu verstellen.
Auch hier wieder erst alles nur punkten, auf Funktion testen und dann alle Nähte durchziehen.

Bsp.: Da mein Rahmen U-Profilstahl 120mm Breit war, ergibt sich bei mir ein Innenwert von 124mm.

Im Anschluss werden auf einer der beiden Seiten die Nähte geglättet, die Auflagefläche soll ja gerade sein.

7   Alternativer Presstsich

Als Alternative zu dem von mir gewählten Presstisch wäre noch diese Variante. Mit diesem Presstisch lassen sich auch Lager auf Wellen o.ä Pressen. (Maße siehe Bilder)

Beide Tische haben ihre Vor- und Nachteile. Entscheidet selbst welchen ihr bauen wollt.

Man kann sich natürlich auch Auflagen für diesen Presstisch bauen. Das macht ihn natürlich flexibler als den anderen. (Beispiele in den Bildern)

8   Stempelschlitten

Der Stempelschlitten setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Aufgrund des Gewichts, habe ich an dieser Stelle nicht denselben Profilstahl wie beim Rahmen verwendet.


In der Mitte habe ich ein 542mm langes U-Profil verwendet. An dieses habe ich im Anschluss, 4 auf 70mm gekürzte L-Profile geschweißt. Auch hier muss wie beim Presstisch darauf geachtet werden, dass die Innenmaße wieder bei 124mm liegen. Der Stempelschlitten soll sich ja schließlich im Rahmen hoch und runter bewegen können. (Maße siehe Bilder)

Ich habe mir die Winkel mit 2mm Abstandshalter am Rahmen ausgerichtet und mit Gripzangen festgeklemmt. Stimmt das Innenmaß der Presse kann man nun das U-Profil einfach schon mal direkt in der Presse punkten und testen. Rausnehmen, durchschweißen und weiter.

Das U-Profil erhält noch 2 Bohrungen für die Befestigung der Rückzugfedern. (Maße siehe Bilder)

Auf die Unterseite des gerade gebauten Schlittens, wird nun mittig ein 150mm langer Druckstempel geschweißt. Ich habe 20mm Rundstahl verwendet.

9   Beine

Um die Beine am Rahmen zu befestigen werden 2 Halter an den Rahmen geschweißt. In diese Halter werden dann Löcher gebohrt, um später die Beine daran zu befestigen. Wer will, kann die Löcher anstatt auf 10mm, auf 8,5mm bohren und ein M10 Gewinde schneiden. Voraussetzung ist natürlich, dass die angeschweißten Halter wenigstens 4mm stark sind.

Die Beine bestehen aus L-Profil und sind 700mm lang. In die Beine müssen noch wie auch in den Halter 10mm Löcher gebohrt werden. Zudem werden noch zusätzlich 2 Löcher in jedes Bein gebohrt. Hier werden dann höhenverstellbaren Füße angebracht. Diese findet man in jedem gut sortiertem Baumarkt oder mit etwas Glück auch auf dem Schrott. Alternativ kann man auch selber was basteln. (Maße siehe Bilder)

10   Rückholfedern

Je nach dem welchen Federtyp man hat, müssen die Halterungen natürlich auch angepasst werden.

Meine Federn habe ich bei RP-Tools bestellt. (Art. Nr.: RP-L-L0209S_00004)

Um die Ösen mittig oben am Rahmen zu befestigen habe ich 2 Metallstücke zwischen die beiden U-Profile eingesetzt. An diese habe ich dann 2 Ösen geschweißt. (Maße siehe Bilder)

Durch die im Stempelschlitten gebohrten Löcher habe ich dann eine Gewindestange gesteckt. So kann mit Hilfe von Muttern, die Federspannung nach dem Einsetzen des Wagenhebers eingestellt werden

11   Presstisch-Bolzen

Ich habe mir einfach lange M12 Schrauben gekauft, welche kein durchgängiges Gewinde haben. Diese wurden eingekürzt und das geschnittene Ende etwas abgerundet. So lässt sich der Bolzen besser einschieben. Am Ende des Bolzens wird ein 4mm Loch gebohrt in das zur Sicherung ein Splint o.ä. gesteckt werden kann.

12   Montage

Als erstes wird der Stempelschlitten in den Rahmen geschoben und die Rückholfedern eingehangen. Jetzt kann der Presstisch eingeschoben und mit den Bolzen arretiert werden. An die Beine können nun die höhenverstellbaren Füße angebracht werden. Die Beine werden an den Rahmen geschraubt. Jetzt wird noch die Stabistange eingesetzt und das Innenmaß des Rahmens justiert. Zu guter letzt wird noch der Wagenheber eingesetzt und die Federn etwas auf Spannung gebracht.
Jetzt noch etwas Farbe und Fertig!

 
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