Getriebe Aus- und Einbau | Kupplung wechseln
Dieser Erfahrungsbericht ist für Mechaniker gedacht, die Wissen was sie tun und die Infos über Anzugsdrehmomente, Spezialwerkzeuge oder die Aus-/Einbaureihenfolge benötigen. Oder aber auch für Laien, die sich über eine hohe Autowerkstattrechnung ärgern und sich hier über den Arbeitsaufwand informieren möchten.

Achtung:
Wer ohne Fachwissen Arbeiten an sicherheitsrelevanten Baugruppen eines Fahrzeugs vornimmt, gefährdet nicht nur sich selber sondern auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer!
Unser Erfahrungsbericht für den Ausbau des Schaltgetriebes eines Mini R52 Facelift.

Für den Ausbau des Getriebes sollte man viel Zeit einplanen.

Es gibt eine Anzahl von Werkzeugen die vorhanden sein sollten, um sich die Arbeit zu erleichtern und um viel Zeit zu sparen.

Eine Hebebühne, eine Motortraverse, ein Zentrierdorn für die Kupplung und ein Kugelgelenkabzieher sollten nicht fehlen.

Ansonsten kann in einer gut sortierten Werkstatt der Aus- und Einbau ohne Probleme durchgeführt werden.

Bevor das Getriebe ausgebaut werden kann, sind noch eine Menge an Vorarbeiten nötig.

Als erstes muss die Batterie ausgebaut werden.

Die Haltespange abschrauben (1) und den Schlauch (2) in Pfeilrichtung abziehen.

Polklemmen lösen und abziehen.

Batterie aus dem Auto heben.

Um nun das Ansaugfiltergehäuse auszubauen muss man die Schlauchschelle (1) lösen und den Luftschlauch in Pfeilrichtung abziehen.

Man kann die Schelle mit einem Schraubendreher durch leichtes Hebeln lösen.

Um den Luftfilterkasten auszubauen müssen wir nun die Schrauben (1) lösen.

Anschließend den Luftansaugschlauch in Pfeilrichtung aus dem Luftfilterkasten ziehen und den Kasten nach oben herausnehmen.

Der Luftfilterkasten muss für den Ausbau nicht zwingend geöffnet werden.

Beim Ausbau des Steuergerätes darauf achten, dass die Batterie wirklich abgeklemmt ist.

Die Clips (1) in Pfeilrichtung lösen und das Steuergerät nach oben heben.

Die Steckverbindungen nun nach außen entriegeln und abziehen.

Jetzt kann das Steuergerät ausgebaut werden.

Nun die 3 Schrauben (1) innerhalb des Batteriekastens rausdrehen.

Beim Ausbau des Batteriekastens noch die Halteclips des Batteriestrangs lösen und den Batteriekasten herausnehmen.

Schaltseile am Kugelgelenk (1) aushängen.

Hierzu die Pfannen mit einem breiten Schraubendreher etc. vom Kugelkopf in Pfeilrichtung abhebeln.

Enden der Spange (1) in Pfeilrichtungen zusammendrücken und Schaltseile aus dem Halter lösen.

Stecker des Rückfahrlichtschalters abziehen.

Der Stecker befindet sich, wie man auf dem Bild erkennen kann, in der Nähe vom Getriebehalter.

Muttern (1) lösen und Vorratsbehälter samt Halterung von der Spritzwand abziehen.

R50|R52|R53 • Mutter (1) = 8 Nm

Mutter (2) lösen und Halter vom Vorratsbehälter abbauen.

R50|R52|R53 • Mutter (2) = 6 Nm

Mutter (1) lösen

R50|R52|R53 • Mutter (1) = 8 Nm

Kabel der Lambdasonde aus dem Clip (2) lösen.

Das Abschirmblech ist mit Gummipuffern auf 2 Nasen auf der rechten Seite eingehangen.

Abschirmblech nach links ziehen zum Ausbau.

Zum Entfernen der Radhausverkleidung der Fahrerseite müssen die Linsenschrauben und die Spreiznieten entfernt werden.

Die Radhausverkleidung kann nun entfernt werden.

Schrauben (1) lösen und Verkleidung abbauen.

Kabelverbindung vom ABS/Raddrehzahlsensor (1) sowie der Bremsverschleißanzeige (2) lösen.

Die Kabelseite, welche zum Achsschenkel führt, aushängen. So kann in den nächsten Schritten der Achsschenkel ausgebaut werden.


Getriebeöl ablassen, dazu die Ablassschraube (1) lösen.

Füllmenge: Variiert nach Getriebehersteller
Spezifikation: Variiert nach Getriebehersteller

GS5-65BH • Ablassschraube (1) = 35±5 Nm
GS5-52BG|GS6-85BG|BS6-253BG|GS6-255BG|GS6-53BG • Ablassschraube (1) = 43±4 Nm

Bundmuttern (1) der Antriebswellen entsichern (2) und lösen.

Entsichern kann man sie, indem man einen passenden Schraubendreher o.ä. zwischen Welle und den Bund der Mutter schiebt und den Bund wieder rund macht. Leichte Schläge mit dem Hammer bewirken hier Wunder.

Zum Lösen der Bundmutter muss die Bremse durchgetreten werden.

R50|R52|R53 • Bundmutter (1) = 182 Nm



Schrauben (1) der Vorderachs-Bremssättel lösen und Bremssättel von den Bremsscheiben ziehen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 110 Nm

Bremssättel hochbinden.

Sicherstellen, dass die Bremsleitung nicht unter Spannung steht.

Muttern der Spurstangenköpfe (1) lösen und Spurstangenköpfe vom Achsschenkel abziehen.

R50|R52|R53 • Mutter (1) = 52 Nm

Muttern der Pendelstützen (2) Stabilisator lösen und vom Stabilisator abziehen.

R50|R52|R53 • Mutter (2) = 56 Nm

TIPP: Die Gewinde der Kugelköpfe haben ab Bj. 03/2002 innen Inbus. Sie sollten mit einem Inbusschlüssel beim Lösen und Anziehen der Muttern gekontert werden, um die Kugelköpfe nicht zu beschädigen.

Muttern der Querlenker (1) lösen und Querlenker mithilfe eines Kugelkopf-Ausdrückers abziehen.

R50|R52|R53 • Mutter (1) = 56 Nm

Diese Kugelköpfe waren bei uns so fest, dass wir ohne Ausdrücker keine Chance gehabt hätten.
Hier lohnt eine Anschaffung auf jeden Fall!

Schrauben der Achsschenkel (1) zum Federbein lösen und entfernen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 81 Nm


Die Achsschenkel können nun vom Federbein abgezogen werden.

Dabei die Antriebswellen aus den Achsschenkeln drücken.

Aufpassen, dass die Antriebswellen nicht auseinandergezogen werden!

Am besten holt man sich Hilfe bei diesem Schritt.


Die Antriebswelle der Fahrerseite mit einem Montiereisen aus dem Getriebe lösen.
Kann sehr fest sitzen, da auf dem Ende der Welle (Getriebeseite) ein Sicherungsring sitzt.

Für den Ausbau der Antriebswelle der Beifahrerseite die Schrauben (1) lösen, dann die Antriebswelle aus dem Getriebe ziehen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 25 Nm

Da man auf dem ersten Bild nicht alle Schrauben sehen kann, ist hier noch ein weiteres Bild der Antriebswelle im ausgebauten Zustand.




Steckverbindungen der Servolenkung (1) (2) trennen und gegebenenfalls die Kabelhalter/Kabelbinder entfernen.

ACHTUNG: Im Lenkstock befindet sich ein Schleifring in dem sich eine Wickelfeder befindet. Lenkspindel und Lenkrad dürfen nach dem Lösen der Lenkspindel nicht verstellt werden. Andernfalls kann das Flachbandkabel im Schleifring reißen.

Hier sehen wir das geöffnete Gehäuse des Schleifringes und zu sehen ist das Flachbandkabel (Wickelfeder).

Für mehr Infos siehe:
Wickelfeder

Mutter und Schraube (1) der Lenkspindel lösen, herausziehen und Lenkspindel in Pfeilrichtung wegklappen.

R50|R52|R53 • Mutter/Schraube (1) = 21 Nm

Auf dem Bild sind Mutter und Schraube schon ausgebaut.



Schraube des Motorhalters (1) lösen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 100 Nm

STOP: Der unteren Vorderachsrahmen ist nun großflächig abzustützen und gegen verrutschen zu sichern!

Schrauben (1) lösen

Schrauben (1) von den Haltern der Querlenker auf beiden Seiten lösen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 59 Nm anschließend Drehwinkel 90°±15°

Beim Wiedereinbau, diese Schrauben (1) als letzte Schrauben des Vorderachsrahmens wieder anziehen. Das verhindert ein Verspannen des Gehäuses.

Schrauben (1) lösen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 100 Nm

Schrauben (1) lösen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 100 Nm

Nun ist der Vorderachsrahmen ab und kann demontiert werden.

WICHTIG: Es ist darauf zu achten, dass der Vorratsbehälter sauber durch den Motorraum geführt wird!

Wir haben den Vorderachsrahmen über einem Metallgestell positioniert, die Schrauben dann gelöst und dann den Mini mit der Hebebühne angehoben.

Dafür waren 2 Leute notwendig. Der eine hebt das Auto an und der andere achtet auf den Vorratsbehälter.

Ums uns die Arbeit zu erleichtern demontieren wir den Frontstoßfänger und anschließend den kurzen Träger des Vorderachsrahmens der Fahrerseite ab.

Hierfür die Schrauben (1) vorn und die Schrauben (2) in den Radhäusern lösen.

Muttern (1) und Schraube (2) lösen.

Stecker (2) durch Sicherung (1) in Pfeilrichtung entriegeln und Stecker (2) in Pfeilrichtung abziehen.

Muttern (1) (2) der Kabelverbindungen lösen.

Schrauben (3) des Anlassers lösen und Anlasser ausbauen.

R50|R52|R53 • Schraube (3) = 14 Nm

Schrauben (4) des Schließblechs lösen und Schließblech abbauen.

R50|R52|R53 • Schraube (4) = 9 Nm

Muttern des Kupplungsnehmerzylinder (1) lösen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) = 24 Nm

Kupplungsnehmerzylinder abziehen.

Die Leitung muss nicht abgeschraubt werden. Einfach die Leitung (2) oben an der Halterung (3) vom Getriebe in Pfeilrichtung abziehen und den Zylinder wegbinden.

Aufpassen, dass die Leitung nicht beschädigt wird.



Der Motor wird mit Hilfe einer Motortraverse fixiert und abgesenkt.

So kann später, nach dem Lösen der Getriebehalterung, der Motor getriebeseitig abgesenkt werden, um die richtige Ein- und Ausbaulage für das Getriebe zu haben.

Wir haben diese Traverse selbst gebaut.

(1) Stützen L|R mit Aufnahmen für Querverbindung (2)
(2) Querverbindung zwischen den Aufnahmen (1)
(3) Obere Aufnahme für die Niveauregulierung (5)
(4) Motorhalter zur Befestigung am Motorblock mit Aufnahme für die Niveauregulierung (5)
(5) Niveauregulierung mit unterer Aufnahme für den Motorhalter(4)

Für die Montage des Motorhalters müssen die Aufnahmepunkte freigeschraubt werden.

Stecker (1) in Pfeilrichtung abziehen.
Schraube (2) der Halterung des Steckers lösen.
Schlauchschelle (3) lösen und Schlauch in Pfeilrichtung abziehen.
Schraube (4) lösen.

An die Aufnahmepunkte (1) kann nun der Motorhalter (2) angeschraubt werden. Anschließend kann die Niveauregulierung mit Aufnahme für den Motorhalter (3) am Motorhalter mit einer Schraube (4) befestigt werden.

Nach dem Ausbauen der Verschlussstopfen können nun die Stützen L/R aufgesetzt werden und die Traverse komplettiert werden.

Da auf den Seitenwänden Beschädigungsgefahr besteht, haben wir hier den Lack mit Tape geschützt.

Nun kann mit der oberen Mutter, der Niveauregulierung, der Motor abgesenkt werden.

Die Traverse wird durch Anziehen der Mutter auf Spannung gebracht. Der nächste Schritt ist das Absenken des Motors, um das Getriebe nun endlich auszubauen.



Nun kann durch Lösen der Schrauben (1) die Getriebehalterung vom Getriebe gelöst werden.

R50|R52|R55|R56 • Schraube (1) = 38 Nm
R53 • Schraube (1) = 66 Nm

Die Schrauben (1) werden erst komplett entfernt, wenn sicher gestellt ist, dass der Motor sicher an der Traverse hängt und auch das Gewicht aushält!

Wenn die Schrauben (1) alle ab sind und der Motor sicher hängt, kann die komplette Halterung durch Lösen der Schraube (2) demontiert werden.

R50|R52|R53 • Schraube (2) = 68 Nm
R55|R56 • Schraube (2) = 100 Nm

Jetzt wird der Motor mit der oberen Mutter der Niveauregulierung (Motortraverse) abgelassen.

Es muss darauf geachtet werden, dass der Motor frei hängt und nirgendwo anschlägt.
Wenn der Motor übermäßig abgesenkt wird, kann das die Abgasanlage beschädigen.
Es muss vor allem auf die Kälteleitung des Klimakompressors geachtet werden.



Zwei der sechs Schrauben (1) sind nur von oben zugänglich, diese am besten zuerst lösen.

Die beiden oberen Schrauben befinden sich knapp unterm Ventildeckel. Eine beim Luftansaugschlauch und die andere beim Motorhalter der Motortraverse.

Wenn sie raus sind, die vier unteren Schrauben (1) lösen.

R50|R52|R53 • Schraube (1) (2) = 85 Nm
R55|R56 • Schraube (1) (2) = 38 Nm

Schraube (2) lösen.
Sie befindet sich auf der anderen Seite.

Nun kann das Getriebe demontiert werden.
Hierfür ist eine Hilfsperson erforderlich.
Wenn man zu dritt ist, ist das eine entspannte Sache.



Druckplatte durch Lösen der Schrauben (1) abbauen.

R53 • Schraube M8 (1) = 23 Nm
R53 • Schraube M9 (1) = 28 Nm
R50|R52 • Schraube M7 (1) = 20 Nm
R55|R56 • Schraube M8 (1) = 28 Nm
R55|R56 Cooper D • Schraube M8 (1) = 20 Nm


Beim Einbau des neuen Kupplungskits muss die Kupplungsscheibe mit einem Kupplungszentrierwerkzeug zentriert werden.

Ich habe das KS Tools [150.2180] Universal-Kupplungs-Zentrierwerkzeug verwendet.

Mit diesem Tool bin ich super zurecht gekommen und der Einbau der Kupplung verlief ohne Probleme.

Wenn man das sorgfältig macht, garantiert das einen leichten Wiedereinbau des Getriebes.

Für den Tausch des Ausrücklagers (1) muss die Spange (3) am Ausrückhebel (2) ausgehakt werden, dann kann der Ausrückhebel herausgezogen werden.

Das alte Ausrücklager (1) herausdrücken und das neue einsetzen.

Aufpassen, dass die beiden Nasen (Pfeile) richtig eingerastet sind.

Spange (1) auf ihren korrekten Sitz überprüfen.

Ausrückhebel kann nun wieder im Getriebe verbaut werden.

Die Spange auf den Kugelkopf im Getriebe drücken. Es sollte ein "klick" zu hören sein.

Welle fetten.

Nochmals Bauteile (Ausrückhebel, Spange und Ausrücklager) auf korrekten Sitz überprüfen.

Getriebe wieder am Motor montieren.

Der Zusammenbau des MINI geschieht in umgekehrter Reihenfolge.

Schraube (1) vom Getriebeöleinfüllstutzen lösen und Getriebeöl nachfüllen.

GS5-65BH • Ablassschraube (1) = 35±5 Nm
GS5-52BG|GS6-85BG|BS6-253BG|GS6-255BG|GS6-53BG • Ablassschraube (1) = 43±4 Nm

Diesen Schritt erst nach Einbau der Antriebswellen durchführen.

Auf den Getrieben klebt normalerweise ein Aufkleber mit der benötigten Getriebeölspezifikation.

Bei den Prefacelift Modellen wurden in der Regel Midland Getriebe verbaut, bei den Facelift Modellen Getrag Getriebe.
 
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