Premacy Radlager Vorderachse
Reparaturen an der Bremsanlage

Die ist keine Reparaturanleitung sondern ein Erfahrungsbericht.
Grundsätzlich rate ich jedem Laien von Reparaturen an der Bremsanlage ab!

Wer Arbeiten an der Bremsanlage durchführt, sollte einige Punkte beherzigen:

Ersatzteile von Bremsen nie in Auktionen oder bei Billiganbietern im Internet kaufen.
Die Teile sind zwar oft billig, es werden aber oft Nachbauten verkauft welche nicht einmal die Zulassung für den deutschen Straßenverkehr besitzen. Zudem sind sehr viele Plagiate im Handel, welche oftmals auch von Gutachtern nur schwer als solche identifiziert werden können.
Hier gilt es darauf zu achten, bekannte Marken von seriösen Anbietern zu kaufen.

Es werden immer beide Seiten erneuert.

Erst nur eine Seite auseinander bauen, denn beim Zusammenbau stellt sich leicht die Frage wie es zusammengebaut war. So kann man einfach auf der noch montierten Seite nachschauen.

Verölte Bremsbeläge erneuern und nicht abschmirgeln!

Dieser Erfahrungsbericht ist für Mechaniker gedacht, die Wissen was sie tun und die Infos über Anzugsdrehmomente, Spezialwerkzeuge oder die Aus-/Einbaureihenfolge benötigen. Oder aber auch für Laien, die sich über eine hohe Autowerkstattrechnung ärgern und sich hier über den Arbeitsaufwand informieren möchten.

Achtung: Wer ohne Fachwissen Arbeiten an sicherheitsrelevanten Baugruppen eines Fahrzeugs vornimmt, gefährdet nicht nur sich selber sondern auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer!
Das Auto wird abgestellt, die Handbremse angezogen und ein Helfer setzt sich ins Auto und tritt die Bremse.

Die 32er Achsmutter der Antriebswelle hat eine Kerbe zur Sicherung damit sie sich nicht lösen kann.

Entsichern kann man sie, indem man einen passenden Schraubendreher o.ä. zwischen Welle und den Bund der Mutter schiebt und den Bund wieder rund macht. Leichte Schläge mit dem Hammer bewirken hier Wunder.

Es ist einiges an Kraft notwendig, wenn diese Mutter, wie bei uns zum ersten mal seit 130000 Km gelöst wird. Wer einen guten Schlagschrauber hat, kann sich glücklich schätzen.

Es wird immer eine neue Mutter bei der Montage verwendet.

Achsmutter = 38 Nm + 90°



Das Auto wird aufgebockt oder mit der Hebebühne angehoben und die Felge abgeschraubt. Die Achsmutter wird entfernt.



Die Staubschutzkappe des Gleitbolzens wird entfernt und der Bolzen herausgeschraubt.







Die Sicherungsspange des Bremsschlauches wird mit einer Zange entfernt und der Bremsschlauch im Anschluss ausgehangen.



Der Bremssattel wird vorsichtig aufgehebelt (leichte Schläge mit dem Gummihammer können beim lösen des Sattels helfen) ,der Sattel aufgeklappt und vom Bolzen in Richtung Motor ausgehängt.

Beim Wiedereinbau darauf achten, dass die Gummimanchette nicht beschädigt wird und die Bolzen neu fetten.



Der Bremssattel wird mit Kabelbinder, Draht oder ähnlichem hoch gebunden.
Es wird darauf geachtet, dass der Bremsschlauch dabei nicht verdreht wird.

Die Metallfedern der Bremsbeläge werden entfernt.

Die Beläge werden heraus genommen.

Im Anschluss werden die VA Bleche entfernt.
Diese sind zu reinigen und mit neuer Bremsenpaste bei der Montage wieder einzusetzen. Sollten die Beläge mit getauscht werden, ist auch der Zubehörsatz mit Federn und Blechen zu wechseln. Diesen Satz findet man z.b. hier.





Die beiden Schrauben des Settelträgers werden herausgeschraubt und der Sattelträger demontiert.

Schrauben Bremssattelträger an Achsschenkel = 90-110 Nm (Sicherungslack verwenden!)





Der Splint des Spurstangenkopfes wird entfernt und die Kronenmutter abgeschraubt.
Der Spurstangenkopf kann nun aus dem Achsschenkel gezogen werden.

Hiefür gibt es hier spezielle Abzieher.

Eine andere aber eher unsaubere Lösung wäre noch, die Kronenmutter wieder rauszuschrauben und mit einigen leichten Hammerschlägen den festen Spurstangenkopf zu lösen und herauszunehmen.









Das Traggelenk wird als nächstes gelöst.

Der Bolzen wird gelöst und entfernt.
(Hierfür kann es nötig sein, den Achsschenkel mit einem Wagenheber etwas zu belasten um den Bolzen heraus zu bekommen.)







Das Traggelenk mit einem Montiereisen, einer Trenngabel oder einem Abzieher vom Achsschenkel gelöst.



Die Schraube des ABS Sensors wird abgeschraubt und der Sensor abgezogen.



Die Antriebswelle wird nun mit leichten Hammerschlägen gelöst.

Die beiden Verschraubungen am Federbein lösen, die Bolzen entfernen und den Achsschenkel abnehmen.







Radnabe aus dem Achsschenkel pressen.





Reste vom Radlager werden von der Raddnabe abgezogen.

Mit einem Meißel wird das Reststück des alten Radlagers etwas von der Radnabe getrieben, so das ein Spalt entsteht.

Sobald der Spalt groß genug ist, wird der Lagerrest mit einem Abzieher entfernt.





Das Radlager muss nun noch aus dem Achsschenkel gepresst werden.

Wenn man keine Hydraulikpresse hat, sollte man sich für diesen Schritt Hilfe in einer KFZ-Werkstatt suchen und es sich das alte Lager aus und das neue Lager dann wieder einpressen lassen.

Wir haben den Sicherungsring entfernt und das alte Lager ausgepresst.

Fertig.

Nur noch ein neues Lager kaufen und wieder einpressen.
Ein neues Lager gibt es HIER. Bitte vorher anhand der Schlüsselnummern prüfen ob das Lager in das Fahrzeugmodell passt.

Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
 
 








 
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